Mit Proof of Patient Presencekurz PoPP – entsteht in der Telematikinfrastruktur (TI) ein neuer, digitaler Nachweis der bestätigt, dass Patientinnen und Patienten sich zum Zeitpunkt des Zugriffs in einer konkreten Versorgungssituation befinden.

In diesem Rock the Prototype Newsletter ordne ich ein, was sich in der TI gerade verändert, warum das für Leistungserbringer, Hersteller, Krankenkassen und alle eHealth-Experten relevant ist und welche Querbezüge sich zu EUDI Wallet, digitalen Identitäten und perspektivisch auch zu den noch im Gesetzgebungsverfahren befindlichen Medizinregistern ergeben. Alle relevanten Primärquellen habe ich für Euch direkt verlinkt.

Collaboration - Wie Team Spirit & agiles Mindset real wirksam werden - Jetzt im Rock the Prototype Podcast!

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Die Telematikinfrastruktur ist die digitale Infrastruktur des deutschen Gesundheitswesens. Sie verbindet Akteure, Anwendungen und Dienste, damit medizinische und im Versorgungskontext relevante Informationen sicher, interoperabel und vertrauensvoll verarbeitet werden können.

Zur TI gehören nicht nur einzelne Anwendungen wie etwa eRezept, die elektronische Patientenakte (ePA) oder KIM, sondern auch funktionale Plattformdienste, unzählige API-Schnittstellen, FHIR-Artefakte, Sicherheitsmechanismen, Produkttypen, Steckbriefe und Spezifikationen der gematik GmbH.

Alle Entwicklungen in der TI auf einen Blick: OneRoadmap der TI-Produkte 2026 Q1

Die aktuelle Roadmap liefert eine Übersicht über kommende Dienste, Funktionen und die dazugehörigen technischen Detail im eHealth-Kosmos. Der Umfang geht bis in die Planung des Jahres 2031 hinaus und liefert bereits wertvolle Hinweise für die nächsten Entwicklungsschritte in der technischen Infrastruktur im Gesundheitswesen.

Roadmap der TI-Produkte 2026 Q1 - Arbeitsversion

Roadmap der TI-Produkte 2026 Q1 – Arbeitsversion

Bis 2031 europäische Pflicht: Der EHDS setzt den Takt für Patient Summary, E-Prescription, Labordaten und Entlassbriefe

Die Roadmap steht nicht nur im nationalen Kontext. Sie folgt einem klaren europäischen Takt. Mit dem European Health Data Space, kurz EHDS, schafft die EU einen gemeinsamen Rechts- und Interoperabilitätsrahmen für den grenzüberschreitenden Austausch elektronischer Gesundheitsdaten.

EHDS Anwendungsfälle

  • Patient Summary ab 26.03.2029
  • ePrescription/eDispensation ab 26.03.2029
  • Labordatenab 26.03.2031
  • Krankenhausentlassbriefab 26.03.2031
  • Bilddaten ab 26.03.2031

Seit dem Inkrafttreten der europäischene Verordnung am 26. März 2025 läuft die Umsetzung stufenweise: Ab dem 26. März 2029 sollen Patient Summary sowie ePrescription und eDispensation in allen EU-Mitgliedstaaten operational sein.

Ab dem 26. März 2031 gilt das auch für weitere prioritäre Kategorien wie Labordaten, Krankenhausentlassbriefe und Bilddaten. Damit wird klar: Diese Roadmap definiert bereits die schrittweise Einbindung der TI in einen verbindlichen europäischen Gesundheitsdatenraum. Sie veranschaulicht auch den Umbau der TI zu einer Identitäts-, Zugriffs- und Dateninfrastruktur mit europäischem Zielbild und diversen Nutzungsszenarien.

Davon profitieren wir alle #gemeinsam.

Roadmap der TI-Produkte 2026 Q1 - Arbeitsversion der gematik GmbH

Roadmap der TI-Produkte 2026 Q1 – Arbeitsversion der gematik GmbH

Die TI erweitert sich sichtbar auf neue Nutzergruppen:

Der Adressatenkreis geht damit längst über Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser hinaus: Künftig rücken auch Physiotherapie, Podologie, Ergotherapie, Ernährungstherapie, soziotherapeutische Leistungserbringer, Sanitätshäuser, Orthopädietechnik, Hörakustik, Homecare-Unternehmen, und Versorgungsszenarien mit Anbindung für die Bundeswehr, die Bundespolizei sowie Träger der gesetzlichen Unfallversicherungstärker in den Fokus.

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Besonders deutlich wird der Umbau beim Zugriff auf TI-Anwendungen. PoPP steht in der im Zusammenhang mit ZETA, VSDM 2.0 und den Anpassungen im E-Rezept.

Der Zugriff auf Versorgungssysteme hängt perspektivisch an diversen patientenzentrierten Szenarien im Versorgungskontext und ist zudem mit Zero Trust quasi einem Paradigmenwechsel und der Modernisierung in punkto IT Sicherheitsarchitektur verbunden.

Neue Identitätsschicht: PoPP, ZETA und GesundheitsID 3.x im Kontext von Wallet und eIDAS 2.0

Dazu kommt die neue Identitätsschicht. Die Roadmap nennt nicht nur PoPP und ZETA, sondern auch die GesundheitsID 3.x im Kontext von EUDI Wallet und eIDAS 2.0 sowie digitale Identitäten für Leistungserbringer. Digitale Identitäten werden somit weiter schrittweise operativ verankert.

FHIR-Verzeichnisse, Verzeichnisdienste, Semantik, Profile und eHealth-Standards

FHIR-Verzeichnisdienste, KIM mit FHIR-Verzeichnisdienst (FHIR.VZD), der Terminologieserver und die ISiK-Weiterentwicklung tragen die einzelnen Informations-Bausteine und erschließen somit granulare Daten im jeweiligen eHealth-Kontext.

Und noch etwas wird sichtbar: Labordaten, Entlassbriefe und Bilddaten werden somit auch zum Rohstoff für Sekundärnutzung, Forschung und perspektivisch für leistungsfähigere Medizinregister.

Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Medizinregistern und zur Verbesserung der Medizinregisterdatennutzung

Das geplante Medizinregistergesetz koppelt das künftige Zentrum für Medizinregister an genau diese Datenzugangs- und Koordinierungsstelle nach § 3 GDNG. Deshalb ist das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) so etwas wie der übergeordnete Datenzugangs- und Vernetzungsrahmen, während das Medizinregistergesetz den spezifischen Rechtsrahmen für Register schaffen soll.

Mit Proof of Patient Presence (PoPP) entsteht der nächste operative Baustein der TI 2.0: Zero Trust statt „Konnektor-Logik only“

Die gematik GmbH hat im Frühjahr 2025 ein EU-weites Vergabeverfahren zur Erstellung und Betrieb eines PoPP-Services gestartet. Damit soll eine Nachfolgetechnologie flächendeckend für die Telematikinfrastruktur 2.0 bereitgestellt werden, die absehbar auch ohne Konnektor auskommen kann und stattdessen auf Zero-Trust-Architektur basiert als auch der digitalen GesundheitsIDals Versicherungsnachweis.

RISE-Health hat den Zuschlag für die Umsetzung des PoPP-Dienstes von der gematik erhaltenund ist damit für den Aufbau des neuen Services beauftragt. Die erste von insgesamt zwei Umsetzungsstufen des PoPP-Dienstes ist bereits in Entwicklung.

TI 2.0 und Features wie PoPP verbinden reale Behandlungssituation mit der nächsten Stufe digitaler Identitäts- und Versorgungskontexte.

Die TI 2.0 ist der nächste Schritt in Richtung einer digitalen Infrastruktur, die sich noch besser an die Wünsche und Anforderungen aus der praktischen Versorgung anpasst.

Denn: Die TI 2.0 wird neue Flexibilität in der Arbeit mit TI-Anwendungen wie der ePA oder dem E-Rezept geben. Und sie basiert laut den Expert*innen der gematik GmbH auf einer Architektur, die sich an den höchsten Sicherheitsstandards ausrichtet.

Medizinische Fachkräfte können sich zukünftig mit digitalen Identitäten leicht digital, zum Beispiel mit dem Smartphone, ausweisen. Damit wird es z. B. möglich sein, dass aus der Ferne Dokumente unterschrieben oder E-Rezepte verschrieben werden können.

Damit medizinische Einrichtungen auf TI-Anwendungen wie die ePA zugreifen können, muss ein Versorgungskontext nachgewiesen werden. Hier kommt PoPP ins Spiel. Der Proof of Patient Presence bestätigt, dass Patientinnen und Patienten sich zum Zeitpunkt des Zugriffs in einer konkreten Versorgungssituation befinden.

Ab 2026 ist das auch ohne Kartenstecken möglich. Versicherte können sich dann per GesundheitsID, der digitalen Identität für das Gesundheitswesen, identifizieren.

Der Versorgungskontext kann über einen digitalen Nachweis, z. B. ein Data-Matrix-Code, bestätigt werden. Das soll Hausbesuche und Videosprechstunden erheblich vereinfachen.

Teamspirit & Agiles Mindset = Collaboration

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gematik will Betriebsstabilität beim E-Rezept stärken

Die Eigenschaften von PoPP sollen auch dazu beitragen, die Betriebsstabilität beim E-Rezept weiter zu stärken.

Der Zugriff auf TI-Anwendungen wie ePA oder E-Rezept wird damit an einen konkret attestierten Behandlungskontext gebunden. Die gematik beschreibt PoPP als singulären Plattformdienst der TI 2.0, der genau diesen Nachweis liefert.

Analoge Ersatzverfahren bleiben in Teilen als alternative Ersatzvcerfahren bestehen und wahren zugleich die freie Wahl dort, wo digitale Wege nicht verfügbar, nicht geeignet oder nicht gewünscht sind.

Die Umsetzung erfolgt in zwei Stufen:

1️⃣ Die erste Stufe bildet den Einsatz von PoPP im Zusammenspiel mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in Einrichtungen wie Arztpraxen und Krankenhäusern sowie in mobilen Szenarien wie Haus- und Heimbesuchenab.

2️⃣ Die zweite Umsetzungsstufe umfasst sowohl digitale Nachweise mittels Smartphone von Patient:innen in der Fernversorgung – also z. B. telemedizinische Anwendungsfälle – sowie die GesundheitsIDals alternativer Versicherungsnachweis.

Weitere Infos zu PoPP gibt’s auf der Themenseite der gematik.

Geplant ist, die erste Umsetzungsstufe bereits bis Mitte 2026 abzuschließen.

Ab Ende 2026 soll PoPP auch für telemedizinische Behandlungen eingesetzt werden können.

Nach Angaben der gematik löst PoPP technisch das bisherige Verfahren auf Basis des VSDM++-Prüfnachweises ab und soll zugleich die Betriebsstabilität beim E-Rezept stärken.

In einer regulierten und interoperabel hochgradig vernetzten KRITIS-Umgebung wie der Telematikinfrastruktur sind neben veröffentlichten Spezifikationen auch nachvollziehbar dokumentierte Veränderungen zwischen den Release-Ständen und Vorab-Informationen und Draft-Stände hochgradig relevant.

Gerade wenn regulatorische Anforderungen fachlich und technisch direkt zusammenhängen, Release-Stände in Produkte und Services für einen robusten Betrieb einfließen und Software-Hersteller Auswirkungen zeitnah bewerten müssen, wird eine klare Delta-Sicht zum echten Qualitätsfaktor.

Filmset - Agile Collaboration im Team

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Die gematik GmbH übernimmt hierbei die Verantwortung für transparente Informationen und sollte zukünftig auch zwischen Draft und Vorab-Informationen das Delta – also alle Änderungen – zu der finalen Spezifikationen wie bei PoPP deutlich machen und digital zu Verfügung stellen um allen Stakeholdern der TI die Einordnung zu erleichtern, eine belastbare Umsetzung zu beschleunigen das gemeinsame Verständnis über Fachlichkeit, Technik und Betrieb hinweg wirksam zu stärken.

Wenn die gematik Spezifikationen in einer hochvernetzten, regulierten Umgebung veröffentlicht, dann sprechen die Grundsätze der IT-Architekturrichtlinie des Bundes klar für nachvollziehbare, referenzierbare und fortlaufend auswertbare Änderungsinformationen.

Warum Informed Choice dabei wichtig ist…

Weil dieses Anliegen allen Beteiligten hilft, habe ich die Anregung auf OpenCode transparent dokumentiert und zur Diskussion gestellt.

Informed Choice, also „informierte Entscheidung“, ist ein Konzept, das sicherstellt, dass Individuen Entscheidungen auf Basis vollständiger, leicht verständlicher und relevanter Informationen treffen können.

Im Kontext der Telematikinfrastruktur heißt das: Nur transparente, verständliche und leicht zugängliche Informationen zu Spezifikationen und ihren Änderungen ermöglichen es Herstellern, Leistungserbringern und neuen Marktteilnehmern wie auch Start-Ups, Auswirkungen leicht, schnell und belastbar einzuordnen und fundierte Entscheidungen für Entwicklung, Betrieb und Investitionen zu treffen.

Auch wenn das PDF-Format ein weit verbreitetes Datei-Format ist, so bleibt es in all seinen Varianten ein propitäres Format und ist für den strukturierten Datenaustausch nur sehr begrenzt geeignet.

Gold Standard PDF - Oder warum das PDF Format kein Standard ist

Gold Standard PDF – Oder warum das PDF Format kein Standard ist

Transparente, maschinenlesbare und strukturierte Informationen verbunden mit einer guten Suchfunktion sowie der webbasierten Kommentierung war auch die Motivation warum Volker Dörr mit mir und weiteren GKV-Vertreter*innen und mit Thorsten Hentzelt von der gematik GmbH für die maschinenlesbaren Spezifikationen der gemSpecpagesengagiert haben.

Ohne unser proaktives Engagement und diese organisations-übergreifende Collaboration, gäbe es die Spezifikationen kaum in der heutigen Form…

Digitaler Wandel: Wie Transparenz und ethische Prinzipien unsere Technologien menschenzentriert gestalten - Sascha Block

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EUDI Prototyping – das war bereits vor dem Frühjahr 2024…

In der Roadmap der gematik finden wir etwa neben #PoPP auch Analyse Integration #EUDI Wallet – Ein #Standard für Identitäten mit dem ich mich bereits seit Beginn des Funke der SPRIND – Bundesagentur für Sprunginnovationenaktiv einbringe.

Klare Regeln für #Software– Präzise. Verständlich. Umsetzbar – sind auch heute dringlich und wichtig.

Klare Regeln für Software – Präzise. Verständlich. Umsetzbar.

Klare Regeln für Software – Präzise. Verständlich. Umsetzbar.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat gerade Ergebnisse veröffentlicht und meint dazu „Die IT-Sicherheit von Software-Produkten im #Gesundheitswesenist allerdings ausbaufähig.“

Wir alle wissen wie wichtig und relevant das ist. Wir schaffen es nur #gemeinsam und deshalb ist organisationsübergreifende #Collaboration unverzichtbar.

Collaboration Wie Team Spirit und agiles Mindset unter realen Bedingungen wirksam werden

❤️ Collaboration ist mehr als Kooperation + Team Spirit.

♠️ Was von außen oft spielerisch leicht wirkt, ist in Wahrheit präzise Abstimmung, echtes Commitment und wirksames Zusammenspiel unter realen Bedingungen.

In dieser Podcast Episode geht es darum, wie gute Zusammenarbeit im Team, zwischen Teams und über Organisationsgrenzen hinweg entsteht — und woran wir im Alltag sofort erkennen, ob Collaboration wirklich trägt.

Collaboration zeigt sich aber vor allem dann, wenn es darauf ankommt.

Du erfährst…

  • ✅ Was ist Collaboration eigentlich?
  • ✅ Warum Collaboration weit mehr ist als Team Spirit und gute Stimmung
  • ✅ Woran du im Alltag erkennst, ob Zusammenarbeit wirklich trägt
  • ✅ Weshalb Klarheit, Commitment und präzise Abstimmung für echte Wertbeiträge garantieren

Wir sprechen über…

  1. Collaboration im Team, zwischen Teams und zwischen Organisationen
  2. die Rolle von Verantwortung, Feedback, Fehlerkultur und gemeinsamen Zielen
  3. konkrete Empfehlungen wie wir gute Zusammenarbeit stärken

Jetzt anhören:

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Euer Sascha Block

Über den Autor:

Sascha Block - Rock the Prototype

Sascha Block

Ich bin Sascha Block – IT-Architekt in Hamburg und der Initiator von Rock the Prototype. Ich möchte Prototyping erlernbar und erfahrbar machen. Mit der Motivation Ideen prototypisch zu verwirklichen und Wissen rund um Software-Prototyping, Softwarearchitektur und Programmierung zu teilen, habe ich das Format und die Open-Source Initiative Rock the Prototype geschaffen.